Der Blindenführhund

Ein kleiner Einblick in die Arbeit des Blindenführhundes: 

Der Blindenführhund vollbringt eine außerordentliche Leistung, zu der nur ein gesunder, wesensfester, lernfreudiger, gutmütiger und zugleich selbstbewusster Hund nach gründlicher Ausbildung, die in der Regel zwischen 6 und 9 Monaten liegt und Einarbeitung mit dem blinden oder hochgradig sehbehinderten Führhund-Halter fähig ist.

Selbst im modernen Großstadtverkehr bringt der gut ausgebildete Führhund seinen Halter sicher an jedes gewünschte Ziel. Der ausgebildete Führhund beherrscht ca. 40 deutsche Hörzeichen, die dem Sehbehinderten ermöglichen, seine Absicht dem Hund mitzuteilen und mit dessen Hilfe sicher an sein Ziel zu gelangen.

Hierbei umgeht er Hindernisse (selbst wenn er sie alleine leicht umlaufen könnte!), zeigt einmündende Straßen an, erleichtert dem Halter die oft gefahrvolle Straßenüberquerung und sucht auf entsprechende Hörzeichen verschiedenste Objekte auf, wie Fußgängerüberwege, Treppen, Türen, Sitzgelegenheiten, bestimmte häufiger angelaufene Ziele und manches mehr.

Dadurch gibt der Führhund dem blinden oder hochgradig sehbehinderten Führhund-Halter ein hohes Maß an Selbstständigkeit zurück. Blindenführhunde arbeiten – wie eigentlich alle Hunde – gern, genießen einen besonders engen Kontakt zu ihrer Bezugsperson sowie zu anderen Menschen und können sich in ihrer Freizeit im Spiel entspannen. Damit haben sie ein erfülltes und artgerechtes Leben.

Blinde oder hochgradig sehbehinderte Führhund-Halter sind auf die Hilfe ihrer Führhunde angewiesen. Diese begleiten sie deshalb zum Beispiel beim Einkaufen, zum Arzt, ins Restaurant, in öffentliche Gebäude, in die Kirche, auf Reisen und zu kulturellen oder anderen Veranstaltungen.

Folgerichtig genießt der Führhund besondere Rechte: So ist beispielweise vielerorts sein Mitbringen in Lebensmittelgeschäfte veterinärrechtlich ausdrücklich erlaubt oder zumindest geduldet, und auf Flugreisen dürfen blinde oder hochgradig sehbehinderte Passagiere ihren Führhund in die Passagierkabine mitnehmen.

Den Blindenführhund im Dienst erkennen Sie daran, dass er ein weißes Führgeschirr trägt. Dessen Bügel ermöglicht es blinden Menschen, alle Bewegungen des Tieres zu erkennen und jeden Richtungswechsel sicher mitzumachen.

Quelle: Broschüre „Wissenswertes über den Blindenführhund“, DBSV (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.)

Wenn der Hund sein Führgeschirr trägt (s. Foto) so ist er gerade in der Arbeit. Das bedeutet:

  • nicht anfassen
  • nicht füttern
  • nicht ablenken
  • andere Hunde nicht schnuppern lassen
  • Rücksicht nehmen

Der Assistenzhund

Wie der Name bereits verrät, soll der Assistenzhund eine Assistenz für seinen Menschen sein.

Sie werden in vielen Bereichen eingesetzt. Zum Beispiel als Behindertenbegleithund, Diabetikerwarnhund, Autismusbegleithund, um nur wenige zu nennen. Sie sollen ihren Menschen im Alltag helfen und für mehr Lebensqualität sorgen. Sitzt die Person im Rollstuhl, lernt der Hund brav an der Seite zu laufen, er lernt Gegenstände zu öffnen oder anzureichen und vor möglichen Hinternissen zu schützen. Ein Diabetikerwarnhund soll seinen Menschen warnen, wenn der Zucker im Blut sinkt – somit kann dem rechtzeitig entgegengewirkt werden.

Ein Assistenzhund wird für jeden Menschen individuell ausgebildet. Er wird neben dem allgemeinen Grundgehorsam, für die Defizite des Besitzers trainiert und erleichtert somit ungemein den Alltag bereits mit kleinsten Aufgaben. Im Vergleich zum Blindenführhund wird er, bisher, nicht von der Krankenkasse getragen sondern muss als „Luxusgut“ selbst finanziert werden.

Die Ausbildung

Nachdem sorgfältig ausgewählte Welpen ihre Kindheit unbesorgt und behütet in einer Pflegefamilie verbringen konnten, ihnen dort die Grundbausteine für ihre wichtige zukünftige Arbeit gelegt wurden, sie mit jeglichen Umweltreizen konfrontiert wurden und die Hundeschule für das kleine 1×1 der Hunde Erziehung genossen haben,

beginnt mit Vollendung des 12. Monats der Ernst des Lebens.
Die Ausbildung kann starten.
Die Azubi-Anwärter können in ihr neues Zuhause einziehen: beim zukünftigen Besitzer oder beim Trainer. Eine spannende Reise sowohl für Trainer als auch für den Hund beginnt, sie werden viel miteinander lernen und erleben. Neue Herausforderungen werden gemeinsam gemeistert, viel Zeit, Liebe, Geduld und Kreativität wird investiert und schweißt zusammen.

Jeder Hund bringt seinen eigenen Charakter mit, auf den man sich individuell einstellen muss. Jeder neue Schützling hat ein anderes Handicap, welchem mit Sanftmut, Konsequenz und Nachdruck begegnet werden muss. In kleinen Schritten tauchen Schüler und Lehrer in die Welt der Blinden und hochgradig Sehbehinderten ein. Jeder Hund wächst mit seinen Aufgaben, vom einfachen ‚voran‘ laufen im Geschirr bis hin zur Verweigerung von Abgründen.

Rund 40 Hörzeichen wird der Führhund am Ende seiner Ausbildung für seinen neuen Halter ausführen können. Ein Assistenzhund benötigt meist nicht so viele Hörzeichen. Viel Arbeit und Mühe hat es gekostet den Hund dort hin zu führen, dass er selbstständig die Verantwortung für seinen Menschen übernimmt. Aber auch viel Vertrauen und Respekt voreinander.

Neben der ganzen Arbeit bleibt aber der Spaß nicht auf der Strecke…
Denn nur ein glücklicher Hund kann ein guter und zuverlässiger Hund sein!

Azubi FORREST

FIONA