Besondere Hunde für besondere Menschen – Mein „Buddyguard“

Liebe Kunden,

In diesem Beitrag wollen wir Euch einen Teil unserer Arbeit etwas näher erläutern.

Es geht um Hunde, welche mit besonderen Aufgaben betreut werden, da sie für besondere Menschen verantwortlich sein sollen.

Ein Hund ist für viele Menschen ein Freund und Familienmitglied –  umgangssprachlich also ein „Buddy“. Da diese besonderen Hunde ihre Menschen nicht bewachen und behüten sollen, sind sie also kein „Bodyguard“ sondern ein „Buddyguard„.

Doch was ist dieser „Buddyguard“ ?

Natürlich ist jeder Mensch sowie jeder Hund etwas ganz besonderes. Das Augenmerk liegt in diesem Beitrag auf Menschen, mit mehr oder weniger offiziellen Diagnosen zu Körper und Geist.

Vielen von Euch ist ein Blindenführhund ein Begriff. Sie erkennt man meist an einem weißen Führgeschirr und/oder einer Kenndecke. Deren Besitzer erkennt man oft an einer Kennzeichnung durch 3 schwarze Punkte auf gelben Grund in Form einer Plakette, eines Patches o.ä. und an einem Langstock. Nur um hier den ‚Klassiker‘ einmal aufzuführen.

Weniger bekannt ist der Assistenzhund. Man findet ihn nicht sehr häufig da, anders als beim Blindenführhund, die Krankenkasse keine Kosten übernimmt (Dies näher zu erläutern erfordert an dieser Stelle zu viel Zeit). Assistenzhunde erkennt man unter anderem auch an ihren auffälligen Halstüchern, an einer Kenndecke oder einem speziellen Brustgeschirr. Doch es wird hier schon schwieriger zu differenzieren welche Aufgabe der jeweilige Hund erfüllt. Assistenzhunde begleiten Menschen im Rollstuhl als Helfer, sie melden starke Veränderungen im Blutzucker als Diabetikerwarnhund, sie helfen Traumapatienten ihren Alltag besser zu meistern u.v.m. Es gibt Assistenzhunde in vielen Bereichen. Es gibt Erkrankungen, welche nicht gleich offensichtlich sind. Diese machen es den Menschen oft umso schwerer durch den Alltag zu kommen, da es auf den ersten Blick vielleicht nichts gibt, was den Assistenzhund „rechtfertigt“. Doch jeder hat ein Recht auf Hilfe, auf Assistenz und jeder sollte das Recht haben auch Hilfe zu beanspruchen.

Tiere haben nachweislich eine positive Wirkung auf Menschen. Aus diesem Grund werden sie auch immer häufiger zu therapeutischen Zwecken eingesetzt.

Doch einen Hund zu besitzen, ist nicht immer gleich die Lösung aller Dinge! Bitte informiert Euch vorher umfassend zu diesem Thema, zu Rassemöglichkeiten und zur Umsetzung Eurer Wünsche.

Doch oft fragt man sich: was hat der Mensch wenn er nicht ganz offensichtlich krank ist? Wieso braucht dieser einen besonderen Hund?

Ich möchte Euch in diesem Zusammenhang Polli vorstellen.

Polli ist ein Osteropäischer Schäferhund und wurde als Welpe in die Familie geholt. Ihre Besitzerin psychosomatisch erkrankt. Man sieht es nicht. Viele wissen es nicht. Was Polli ihr persönlich gibt ist mehr, als ein Hund Menschen ohne Erkrankung gibt.

Diese Hunde sind für ihre Besitzer eine Konstante in ihrem Leben, sie sind immer da, spüren Stimmungsschwankungen und trösten zuverlässig, sie sind nie nachtragend, sie sind nie sauer oder enttäuscht, sie geben ihnen unendliche Liebe, das Gefühl gebraucht zu werden, sie sind immer dankbar… und das sind nur einige Eigenschaften, welche mir die Besitzer beschreiben.

Polli soll also nun lernen, wie sie ihrer Besitzerin am besten helfen kann. Neben ausführlicher Grunderziehung, soll sie spüren, wann es an der Zeit ist zu helfen. Sie soll Kommandos lernen, mit denen sie ihre Besitzerin aus Situationen retten kann. Dazu gehört z.B. das Aufsuchen von Sitzgelegenheiten, das Finden von Orientierungspunkten, Abschirmen ihrer Besitzerin bei Angst, Auflockern einer Situation bei Panikattacken u.v.m. Mit Polli soll ihre Besitzerin sich wieder stressfreier bewegen können, die Welt mit anderen Augen kennenlernen und sich dabei sicher fühlen.

Es ist der Spaß am Leben – den sieht Pollis Besitzerin täglich an ihrem Hund und beginnt dadurch selbst viele Dinge wieder schön zu finden und das Leben zu genießen. Pollis Lernfreude schlägt sich ebenfalls positiv durch: es schenkt ihrer Besitzerin Mut und ein besseres Selbstvertrauen, da ihr Hund durch sie etwas neues lernt. Durch all die positiven Eindrücke, die dieser Hund ihrem Menschen schenkt, gibt es wieder Ziele zu verfolgen, Grundsteine auf denen man aufbauen kann und viele neue Schritte in die richtige Richtung.

Da Polli leider für einen Assistenzhund nicht gesund genug ist, wird sie ein Leben ohne offizielle Kenndecke führen. Doch sie deswegen gegen einen anderen Hund austauschen? Niemals!

Ich lernte Polli mit ca. 9 Monaten kennen und seit kurzem sind wir im Training. Aus ihr holen wir also alles raus, was Polli uns gibt!

Aus einem gewöhnlichen Familienhund wird später ein zuverlässiger „Buddyguard“.

Sie hat noch viele Jahre vor sich und mit ihrer Besitzerin eine schöne „Aufgabe“. Hunde brauchen gezielte Aufgaben um glücklich zu sein, gerade der Schäferhund ist einer der Arbeitshunde, welche häufig unterfordert sind. Wie könnte man Pollis Arbeitswillen also nicht in eine gezielte Richtung lenken?!

Wir sind sehr gespannt, wie sich Polli entwickeln wird. Sie lernt sehr schnell und hat Spaß daran neuen Aufgaben zu erlernen und umzusetzen.

Vielen Dank für Euer Vertrauen, wir freuen uns sehr auf diese Arbeit!

Liebe Grüße,

Eure Franzi